Gasdruck Stoßdämpfer

Bis Anfang der 1990er Jahre wurde in der Automobilindustrie fast ausschließlich Öldruck Stoßdämpfer verwendet. Der Anteil der Gasdruck Stoßdämpfer lag unter 5 Prozent. Inzwischen werden jedoch schon fast 50 Prozent aller Neuwagen mit Gasdruck Stoßdämpfern ausgeliefert.

Diese Tendenz ist sicherlich mit der Weiterentwicklung, sowie der kostengünstigeren Herstellung dieser Produkte zu begründen. Die Preisunterschiede zwischen beiden Stoßdämpferarten sind inzwischen relativ gering.

Zweirohrsystem

Nachweislich bieten Gasdruck Stoßdämpfer viele Vorteile. Zum einem verringert sich die Reaktionszeit um rund 35 Prozent. Dies ist mit den unterschiedlichen Aggregatszuständen zu begründen. Der gasförmige Stickstoff verteilt sich schneller als das flüssige Öl. Bei einem sportlichen Fahrstil kann das Öl unter Umständen sogar aufschäumen, dies ist bei Gasdruck Stoßdämpfern nicht möglich.

Diese besseren Eigenschaften führen dazu, dass das Fahrzeug bereits auf kleine Bewegungen reagiert. Dadurch nimmt die Seitenneigung ab, das Spurverhalten verbessert sich. In einer Gefahrensituation wie beispielsweise bei einer Vollbremsung greifen die Reifen früher.

Ein weiterer Vorteil ist im Komfort zu finden. Aufgrund der schnelleren Reaktion verbessert sich das Fahrverhalten, die Dämpfung ist höher.

Gasdruck Stoßdämpfer

Gasdruck Stoßdämpfer werden in zwei Varianten angeboten, dies sind Einrohrsysteme und Zweirohrsysteme.

Bei der Zweirohrtechnik wird ein Niedergasdruck erzeugt, die Funktionsweise entspricht dem des Öldruck Stoßdämpfers. Durch das Einfahren der Kolbenstange wird das Gas beziehungsweise das Öl verdrängt. Es gelangt durch das Bodenventil in das äußere Rohr. Erst beim erneuten Ausfahren der Kolbenstange kann das Öl wieder zurückfließen.

Entgegen der weitläufigen Meinung enthält auch das Einrohrsystem Öl. Grundsätzlich funktioniert das Prinzip ähnlich wie beim Gasdruck Stoßdämpfer der auf dem Zweirohrsystem basiert. Ebenfalls wird nach dem Einfahren der Kolbenstange Öl verdrängt, dieses wird jedoch nicht ein anderes Rohr geleitet sondern verändert die Stellung des beweglichen Trennkolbens. Dieser drückt das Gaspolster zusammen. Aufgrund des gasförmigen Zustands verläuft dieser Prozess schneller als bei der ausschließlichen Verwendung von Öl. Äquivalent wie bei der Zweirohrtechnik bewirkt das Gas beim Zurückfahren der Kolbenstange, dass sich der Trennkolben wieder zurückschiebt.

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